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Werkstätten: Zweite Stufe der schrittweisen Öffnung ab 29. Mai

Neue Verordnung bietet erweiterte Möglichkeiten der Beschäftigung und Betreuung

Das baden-württembergische Sozialministerium hat eine weitere Stufe zur schrittweisen Öffnung der Werkstätten für Menschen mit Behinderung beschlossen.

In der neuen Corona-Verordnung ist die Begrenzung auf ein Viertel der Plätze entfallen. Ab dem 29. Mai ist es somit Sache der Werkstatt, die maximale Belegung unter Einhaltung von Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen selbst zu beurteilen. Im Förder- und Betreuungsbereich bleibt es aber bei einer Obergrenze von drei Personen pro Gruppenraum.

Generell bleibt es dabei, dass Rückkehr an den Arbeits- bzw. Betreuungsplatz auf freiwilliger Basis stattfindet.

"Wir haben bereits an allen Standorten die maximale Belegung analysiert, die unter Einhaltung aller Vorschriften möglich ist. Etwa 350 Personen können ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, dies entspricht etwa 70 Prozent der Plätze. Bisher liegen uns 170 Meldungen von Mitarbeitenden vor, die gerne zurückkehren möchten, davon sind auch schon etwa 70 in den Werkstätten anwesend", erklärt Wolfgang Thon, Leiter der Heidelberger Werkstätten. "Für die weitere Planung sind wir nun erneut auf die Rückmeldung der Beschäftigten, Eltern und Betreuer angewiesen."

Für die Mitarbeitenden bzw. deren Eltern und Betreuer bedeutet dies:

  • Bitte teilen Sie uns kurzfristig mit, ob eine freiwillige Beschäftigung/Betreuung gewünscht wird
  • Bitte melden Sie sich hierfür direkt beim zuständigen Sozialdienst des Betriebes, eine schriftliche Anmeldung bei der Verwaltung ist nicht erforderlich
  • Sofern Sie sich bereits freiwillig gemeldet hatten, brauchen Sie dies nicht zu wiederholen. Wenn Sie schon eine Absage erhalten haben, prüfen wir erneut. Sie müssen nicht tätig werden

Ausnahmen gelten hierbei für die Bewohner und Bewohnerinnen der beiden Wohnhäuser der Lebenshilfe Heidelberg in Sandhausen und Heidelberg sowie des Wohnbereichs der Lebenshilfe Schwetzingen/Hockenheim. Die freiwillige Rückkehr kollidiert mit den Bestimmungen für diese Wohnbereiche. Eine Rückkehr ist bis auf weiteres nochnicht vorgesehen. "Wir sind im engen Austausch und hoffen auch hier auf baldige Lockerungen", so Wolfgang Thon.

Zu beachten ist auch, dass mit der neuen Verordnung die Überprüfung durch die Werkstatt entfällt, ob jemand einer Risikogruppe angehört. "Wie bitten daher alle Beschäftigten bzw. deren Eltern und Betreuer, selbst zu beurteilen, ob es gesundheitliche Einschränkungen gibt, die eine Rückkehr an den Beschäftigungs- bzw. Betreuungsplatz nicht erlauben würden", erklärt Wolfgang Thon.

Zur Risikogruppe zählen nach heutiger Erkenntnis:

1. Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:   

  • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochduck)
  • chronische Erkrankungen der Lunge (z. B. COPD)
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Patienten mit einer Krebserkrankung
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z. B. Cortison)

2. ältere Personen (ab ca. 50 Jahren):

  • einige ältere Beschäftigte haben deutlich ausgeprägte Demenzerscheinungen und Zusatzerkrankungen bzw. sind von schwächlicher Konstitution. Diese Beschäftigten zählen zur Risikogruppe
  • Vitale ältere Beschäftigte ohne Zusatzerkrankungen zählen nicht zur Risikogruppe                  

In einem zweiten Schritt werden in den Betrieben die Rückmeldungen gesammelt und mit den möglichen Belegungsplätzen abgeglichen.

Danach erhalten in einem dritten Schritt alle eine Antwort, ob und wann die Rückkehr ermöglicht werden kann (diese Rückmeldungen erfolgen voraussichtlich schon in der nächsten Woche). Eventuell ist dabei der Fahrdienst zu berücksichtigen, der neu koordiniert werden muss.

Im Anschluss wird ein Formular zugschickt, mit dem die Freiwilligkeit und die Kenntnisnahme der Risikofaktoren bestätiget werden. Dies entfällt für alle, die schon das entsprechende Schreiben vom 4. Mai beantwortet haben.

Auch in der neuen Phase ab dem 29. Mai gelten besondere Vorkehrungen der Werkstatt. Dazu gehören die Einhaltung der Hygienestandards und insbesondere die tägliche kontaktlose Fiebermessung. In diesem Zusammenhang muss für alle Beschäftigten, die schon zuhause Symptome wie Fieber, Husten oder Atemnot feststellen, der Besuch der Werkstatt auch weiterhin untersagt bleiben. Auch das zeitweilige Tragen von Masken z. B. auf den Fluren und in den Treppenhäusern ist eine Grundvoraussetzung dafür, den Werkstattbesuch wieder möglich zu machen.

"Wir freuen uns sehr, dass mit der neuen Regelung ein weiterer Schritt zur Rückkehr in die Normalität erfolgen kann", so Wolfgang Thon. "Die jetzt vorliegende Verordnung tritt am 15. Juni 2020 außer Kraft. Sobald wir erfahren, wie seitens des Sozialministeriums die weitere Entwicklung für die Zeit danach angedacht ist, werden wir wie gewohnt umgehend darüber informieren."

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